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RFID - Peilsender in der Einkaufstüte
"RFID kann ein Horror-Thema werden, wenn die Kennzeichnung von Gegenständen benutzt wird, um Menschen auszuspionieren", fürchtet Helmut Bäumler, Landes-Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein. "Ich kann ja heute schon eine Verbindung zwischen Gegenstand und Person herstellen."
Wenn man diese Möglichkeit nutzte, "um die Wege von Menschen nachzuvollziehen, dann geht es uns bald nicht besser als den Rindviechern, die solche Chips bereits unter der Haut tragen und deren Wege man präzise nachvollziehen kann. Das sollte den Menschen eigentlich nicht passieren." Doch das ist Menschen bereits geschehen: Die Menschen in einem Krankenhaus in Taiwan tragen die Chips am Körper; die Klinik will so mögliche Infektionswege aufspüren.
Hier ist der Sinn noch einsichtig - doch mit Chips in den Schuhen ließe sich auch feststellen, wer ein Gebäude betritt. Dabei ist die Crux, dass die Chips, anders als herkömmliche Barcodes, fast unsichtbar ausgelesen werden können: Die Geräte haben eine Reichweite von bis zu fünf Metern.
Die Reisepässe sollen auch bald die Chips tragen, Geldscheine sollen mit den Chips ausgestattet, um sie fälschungssicher zu machen. Gleichzeitig aber wird damit auch der Weg des Geldes nachvollziehbar, anonyme Zahlungen werden unmöglich: "Stellen sie sich mal vor, man findet plötzlich in der Brieftasche von jemand anders einen Geldschein, der zuvor von ihnen dort hingegeben worden ist und die Polizei hat den Verdacht, der könnte aus einer Straftat stammen", baut Bäumler ein Szenario auf: "Da hätten Sie eine Menge zu tun, um zu belegen, dass sie nicht der Hehler sind und dass sie nichts mit der Straftat zu tun haben."
Eigentlich sollen die Chips nur den Weg einer Ware im Kaufhaus und auf dem Weg dorthin sichtbar machen. Doch auch Taschendiebe können die Geldscheine auslesen, Menschen den Weg auch von Medikamenten verfolgen - und damit wissen, an welchen Krankheiten ein Mensch leidet.
Und auch die Waren werden so unwissentlich "verwanzt", meint Bäumler: "Es ist, als ob man an irgendwelchen Gegenständen winzig kleine Peilsender hätte." betonte, dass die "intelligenten" Chips nicht an der Ware selbst, sondern nur an deren Transportverpackungen angebracht würden. Damit würden Verbraucher-Daten nicht erfasst. RFID steht für "Radio Frequency Identification", Identifizierung per Funkübertragung. Die nur briefmarkengroßen Chips enthalten einen 30-stelligen Code, der über eine Datenbank Aufschluss über alle Produktinformationen wie Preis, Inhalt, Haltbarkeitsdatum und Gewicht eines Artikels liefert.
Alle möglichen Gegenstände können mit RFID-Tags versehen werden, einem Streifen mit Chip und einer winzigen Antenne, die ihre Daten bis zu fünf Meter weit an ein Empfangs- und Lesegerät übertragen kann.
Die RDID-Tags könnten zu Preisen von 10 bis 20 Cent das Stück hergestellt werden, sagte Demuth. Neben dem Einsatz im Einzelhandel sieht IBM eine Fülle von weiteren Verwendungsmöglichkeiten der RFID-Technik. "Wir stehen vor einer neuen Welle von Wireless-Technologie", erklärte Demuth. IBM will vor allem informationstechnische Dienstleistungen für drahtlose Anwendungen entwickeln. Bei diesen "wireless services" ist IBM nach einer Studie des Marktforschungsinstituts IDC Marktführer, mit weitem Abstand vor dem Unternehmen Cap Gemini.
Alain Benichou vom Computerhersteller IBM bezifferte im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" das Einsparpotenzial auf bis zu 20 Prozent der bisher üblichen Lagerkosten. Neben IBM sind auch SAP und Intel an den Technologieplänen von Metro beteiligt. Verbraucherschützer in den USA hatten sich zuletzt skeptisch zu Plänen des weltgrößten Handelskonzerns Wal Mart geäußert, RFID-Chips von 2005 an auf Transportverpackungen einzusetzen
Quelle: (3sat NANO)

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