"Der gläserne Mensch- Kunde- Bürger"
ist bereits Wirklichkeit!


Fast jeder Bürger ist in etwa 80 Datenbanken gespeichert, meist weis er es selbst nicht. Das normale sind die Banken, Warenhäuser u.s.w., aber jetzt kommt das Internet hinzu, im letzten Jahr (2004) hatten 34,5 Millionen Menschen in Deutschland Zugang zum Internet gehabt, fast jeder Supermarkt und jedes Kaufhaus bietet Kundenkarten an, die Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden alle mit speziellen Chips ausgestattet, auf dem die personenbezogenen Angaben des Käufers gespeichert sind.

Das Sammeln von Daten liegt im Trend. Das Risikopotenzial aus datenschutzrechtlicher Sicht zeigt sich etwa bei den Kreditkartenunternehmen, die Informationen über das Kaufverhalten von Millionen von Kunden, die leider viel zu sorglos mit ihren persönlichen Daten umgehen, speicherten oder bei Fluggesellschaften, die über die Reisedaten von Tausenden von Passagieren verfügen. Es besteht die Gefahr, daß immense Datenmengen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu einer Überwachungs- und Kontrollmöglichkeit führen.

Aber was geshieht mit all den "digitalen Daten" die die Unternehmen tagtäglich Einsammeln? Die personenbezogener Kundendaten werden weitergegeben, der Profit steht an erster Stelle, der einzelne zählt nicht,.er ist Opfer des Kopnsums. Da dies meist ohne wissen des Betroffenen geschieht kann der einzelne nicht selbst entscheiden was was mit seinen Daten passiert, wie sie erfasst, ausgewertet und weiterverwendet werden.

Um mit dieser Flut von Daten die richtige Auswertung zu erhalten, verwenden z.B. nahezu alle Kreditinstitute so genannte Scoring-Systeme, um die Bonität ihrer Kunden zu ermitteln. Was ist ein Scoring-Systeme, nehmen wir einmal an sie wohnen in München im Nobel Vorort Grünwald, dann hätten Sie eine hohe Bonität. Wohnen Sie dagegen in Münchens Stadtviertel "Hasenbergl" , wäre ihre Bonität gleich Null. Nein, das ist keine Zukunftvision, es ist längst aktuell.
Aber nehmen wir ein mögliches Zukunftsszenario: Ein Kunde bestellt von zu Hause aus eine Pizza. Der Lieferant begrüßt ihn namentlich, er kann den Namen aus der gespeicherten Telefonnummer ablesen. Dann fragt er seinen Kunden, ob die Pizza wie immer mit Salami sein soll oder in Anbetracht seiner hohen Cholesterinwerte nicht lieber doch nur mit Gemüsevariante. Auf die Frage des Kunden, warum der Preis so hoch sei, könnte die Antwort so lauten, der hohe Preis ergebe sich daraus, daß der Kunde in einer Gegend wohne, in der viele Überfälle passierten - deshalb werde nur gegen Aufpreis geliefert.

Wenn Ihre Villa in der falschen Straße steht, werde dann eben nur gegen Vorkasse geliefert. Das dies nicht nur datenschutzrechtlich problematisch, sondern auch gesellschaftspolitisch ist wird jedem klar sein. Aber dem einzelnen ist die Möglichkeit genommen, selbst über sein Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit zu entscheiden.

Wer schützt uns vor der willkürlichen Ausbeutung der personenbezogenen Daten? Momentan sieht es so aus, daß ein junger Mensch, der mit 20 Jahren einmal eine Handyrechnung nicht bezahlen konnte, anschließend kein Konto mehr eröffnen kann, keine Wohnung findet, keinen Versicherungsvertrag bekommt und selbst der Zahnersatz nur gegen Vorkasse gewährt wird.


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